Wozu ein Leistungs­verzeichnis dient

Das Leistungsverzeichnis, kurz LV, beschreibt, welche Flächen wie oft und auf welche Weise gereinigt werden. Es ist die Grundlage für das Angebot, für die Arbeit vor Ort und für die spätere Kontrolle. Ohne LV vergleichen Sie Preise für Leistungen, die jeder Anbieter ein wenig anders versteht.

Für ein kleines Büro reicht oft eine Seite. Bei mehreren Etagen, einer Praxis mit Hygieneplan oder einem Mehrfamilienhaus lohnt sich eine ausführlichere Aufstellung. Auch bei einem späteren Wechsel des Dienstleisters hilft ein vorhandenes LV, weil niemand bei null anfangen muss.

Zwei Ansätze: Leistung oder Ergebnis

Die klassische Form ist leistungsorientiert. Sie legen fest, was in welchem Turnus zu tun ist, zum Beispiel „Papierkörbe dreimal pro Woche leeren“. Das lässt sich leicht prüfen, bietet aber wenig Spielraum.

Beim ergebnisorientierten Ansatz beschreiben Sie den Zustand, der erreicht werden soll, etwa „Böden frei von sichtbarem Schmutz“. Wie oft dafür gereinigt wird, entscheidet der Dienstleister. Das ist flexibler, setzt aber klare Qualitätskriterien und regelmäßige Kontrollen voraus. In der Praxis werden beide Ansätze häufig kombiniert.

Raumgruppen und Flächen

Fassen Sie Räume mit ähnlicher Nutzung zu Raumgruppen zusammen und geben Sie für jede Gruppe die Fläche in Quadratmetern an. Ein Grundriss mit Raumnummern hilft allen Beteiligten, sich zu orientieren.

  • Büros und Arbeitsplätze
  • Besprechungs- und Schulungsräume
  • Sanitärräume: Toiletten, Duschen, Umkleiden
  • Teeküchen und Sozialräume
  • Verkehrsflächen: Eingang, Empfang, Flure, Treppen, Aufzug
  • Nebenräume wie Lager, Archiv oder Technik – mit dem Hinweis, ob sie gereinigt werden oder ausgenommen sind

Bodenbeläge und Oberflächen

Zu jeder Raumgruppe gehört der Bodenbelag: Teppich, Linoleum, PVC oder Vinyl, Parkett, Fliesen, Naturstein. Davon hängen Verfahren, Geräte und Mittel ab. Halten Sie auch empfindliche Oberflächen fest, etwa geölte Holztische, Hochglanzfronten oder Glaswände, und legen Sie vorhandene Pflegehinweise der Hersteller bei.

Leistungen je Raumgruppe und Turnus

Das Herzstück des LV ist eine Tabelle: pro Raumgruppe die einzelnen Tätigkeiten und wie oft sie ausgeführt werden. Formulieren Sie jede Tätigkeit so konkret, dass sie sich prüfen lässt. Für die Raumgruppe Sanitär könnte das so aussehen:

  • Toiletten, Urinale und Waschbecken reinigen – bei jedem Einsatz
  • Spiegel und Armaturen reinigen – bei jedem Einsatz
  • Seifen-, Papier- und Handtuchspender auffüllen – bei jedem Einsatz, Material stellt der auftraggebende Betrieb
  • Fliesen im Spritzbereich abwaschen – wöchentlich
  • Trennwände und Türen vollständig reinigen – monatlich

Mengengerüst: Zählen hilft beim Kalkulieren

Neben den Quadratmetern brauchen Anbieter einige Stückzahlen, um den Aufwand realistisch einzuschätzen: Arbeitsplätze und Papierkörbe, Toiletten, Urinale und Waschbecken, Teeküchen sowie Glastüren und Fensterflügel. Bei Treppenhäusern sind es Etagen und Treppenläufe. Diese Angaben lassen sich bei einem Rundgang schnell erheben und ersparen spätere Nachträge.

Bedarfs­positionen und Aktualisierung

Manche Arbeiten fallen nicht im festen Rhythmus an, etwa eine Grundreinigung der Böden, die Reinigung von Teppichen oder ein zusätzlicher Einsatz nach einer Veranstaltung. Führen Sie solche Arbeiten als Bedarfspositionen mit eigenem Preis auf, die Sie abrufen, wenn sie gebraucht werden.

Ein LV ist kein Dokument für die Schublade. Ändern sich Belegung, Grundriss oder Öffnungszeiten, sollte es angepasst werden. Sonst passt die vereinbarte Leistung irgendwann nicht mehr zu den Räumen.

Organisatorisches, das oft fehlt

Viele Missverständnisse entstehen nicht bei der Reinigung selbst, sondern drumherum. Diese Punkte gehören deshalb ebenfalls ins LV:

  • Zeitfenster: Wann darf gereinigt werden, wann auf keinen Fall? Gibt es Schichtbetrieb oder Ruhezeiten?
  • Schlüssel und Zugang: Wer erhält welche Schlüssel oder Transponder, wie wird die Alarmanlage bedient, wer schließt ab? Die Übergabe sollte schriftlich festgehalten werden.
  • Material: Wer stellt Reinigungsmittel, Maschinen und Verbrauchsmaterial wie Toilettenpapier, Seife und Müllbeutel? Gibt es Vorgaben zu bestimmten Mitteln?
  • Abfall: Wie wird getrennt, wohin kommen die Säcke, und wer kümmert sich um die Tonnen?
  • Wasser und Abstellraum: Wo gibt es einen Ausguss, wo können Geräte und Mittel gelagert werden?
  • Kontaktpersonen: Wer ist auf beiden Seiten zuständig, und wer entscheidet über Änderungen?

Qualität messen und sichern

Legen Sie fest, wie die Qualität geprüft wird: bei gemeinsamen Begehungen in festen Abständen, per Stichprobe oder über ein System, in dem Mängel gemeldet werden. Für Qualitätsmesssysteme in der Reinigung gibt es mit der DIN EN 13549 eine europäische Norm, an der man sich bei der Gestaltung von Kontrollen orientieren kann.

Wichtig ist vor allem, dass Hinweise schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Bei RAMKA übermitteln Sie Wünsche, Beschwerden und Anmerkungen über ein digitales QM-Tool, und die Mitarbeitenden werden sofort informiert.

Kein LV vorhanden? So entsteht es bei der Besichtigung

Nicht jeder Betrieb hat ein fertiges Leistungsverzeichnis, und das muss auch nicht sein. Bei einer Besichtigung gehen wir mit Ihnen durch die Räume, notieren Flächen, Beläge und Wünsche und stellen daraus im Angebotsbaukasten die passenden Leistungen zusammen. Das Angebot beschreibt dann, was wann gemacht wird, und dient Ihnen zugleich als Leistungsverzeichnis.

Was Sie für den Termin vorbereiten können, steht im Beitrag Besichtigung und Angebot.